ABSOLUTE MARTIAN MANHUNTER
Wahrheit gegen Wahn
Eine ebenso abgefahrene wie grandiose Neuinszenierung der Legende von Martian Manhunter, dem legendären Marsianer der Justice League. Der Band gilt als eines der „konzeptionell und visuell ambitioniertesten Comics des Jahres“ – und das vermutlich vollkommen zu Recht.
Im Zentrum der Geschichte steht FBI-Agent John Jones, der mit den Folgen eines Attentats und einer verheerenden Explosion zurechtkommen muss. Doch plötzlich gerät sein gesamtes Leben aus den Fugen: seine Existenz als Ehemann, Vater und Ermittler steht auf dem Spiel. Entweder hat er den Verstand verloren – oder sein Bewusstsein wurde von einem Marsianer infiziert. Beide Möglichkeiten geben gleichermaßen Anlass zur Sorge.
Mit dieser fundamentalen Veränderung beginnt eine außergewöhnliche, psychedelische Reise voller überwältigender Bilder, mit der Deniz Camp und Javier Rodríguez die Grenzen des DC-Universums neu ausloten.
Zum Hintergrund
Das Absolute-Universum ist eine Parallelwelt innerhalb des DC-Multiversums. Im DC All In Special verbindet sich der finstere Gott Darkseid mit dem übernatürlichen Spectre. Am Ende stirbt Darkseid, doch seine Essenz reist durch Raum und Zeit und durchdringt die Realität des Absolute-Universums.
Die Heldinnen und Helden dieser Welt sehen sich dadurch mit deutlich größeren Hindernissen konfrontiert und müssen auf viele ihrer gewohnten Vorteile verzichten.
In der Neuinterpretation der Legende von Martian Manhunter ist J’onn J’onzz ein mächtiger, gedankenlesender Telepath vom Mars, der auf der Erde zunächst als Polizist John Jones und später als Superheld agiert. Im neuen Universum jedoch wird seine Geschichte nicht nur neu erzählt, sondern auch visuell und konzeptionell radikal weiterentwickelt – zu einem überraschenden Comic-Kunstwerk mit Meisterwerks-Potenzial.
Bonus: Wer ist eigentlich Martian Manhunter?
Martian Manhunter, mit bürgerlichem Namen J’onn J’onzz, gehört zu den ältesten und zugleich unterschätztesten Helden des DC-Universums. Sein erster Auftritt erfolgte bereits 1955 in Detective Comics #225 – damit ist er ein echtes Urgestein der Silver Age-Ära.
Als letzter Überlebender des Mars ist er ein mächtiger Telepath mit außergewöhnlichen Fähigkeiten: Er kann seine Gestalt verändern, unsichtbar werden, durch feste Materie hindurchgehen und besitzt eine Stärke, die es mit Superman aufnehmen kann. Trotz dieser enormen Macht bleibt J’onn meist im Hintergrund – als stiller Beobachter und moralischer Kompass der Justice League.
Seine größte Schwäche ist Feuer – nicht nur körperlich, sondern auch psychologisch. In vielen Interpretationen ist diese Angst mit dem Untergang seiner Heimatwelt verknüpft und verleiht der Figur eine tragische Tiefe.
Gerade deshalb funktionieren moderne Neuinterpretationen so gut: Martian Manhunter ist keine reine Superheldenfigur, sondern ein Charakter, der für Isolation, Identitätssuche und das Ringen zwischen Anpassung und Anderssein steht. Und genau dieses Spannungsfeld macht ihn heute relevanter denn je.
Weitere Informationen
Autor: Deniz Camp
Zeichner: Javier Rodriguez
Storys: Absolute Martian Manhunter 1-6
